15 Sekunden Irland (3) – Hi, Anne Frank!

Auf einem kleinen, selbstorganisierten Pub-Crawl an einem Donnerstagabend wurde ich mal wieder erinnert, mir nicht immer so viele Sorgen zu machen. Und das ausgerechnet an einem äußerst stillen und beschaulichen Örtchen: den öffentlichen Toiletten des Turk’s Head Pub im Temple Bar-Viertel.

Wie melancholisch. Danke an Anne Frank und die Person, die anscheinend aus anderen Gründen die Toilette aufsucht als ich.

„Think of the beauty still left around you, and be happy.“ Anne Frank

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15 Sekunden Irland (2) – Sonnenstrahlen

Wie unglaublich dankbar ich bin für jeden Sonnenstrahl. Heute brachen wir auf nach Dun Laoghaire um am Pier einen Spaziergang zu unternehmen. Wir entdecken kleine und große Schiffe, kleine und große Menschen und dicke und dünne Bienen. Oder war das andersrum?!

Ein schöner Tag.

 

15 Sekunden Irland (1): Verliebte Monster

Es war einmal ….an einem Donnerstag in Irland: „Anni, weißt du was? Ich habe heute Nacht etwas seltsames geträumt. In meinem Traum waren zwei Monster. Aber sie waren nett. Und verliebt. Ein bisschen verliebt. Kannst du mir ein Bild von den beiden zeichnen?“, fragte mich der 3-jährige kleine Romantiker, auf den ich derzeit in Irland aufpasse. Denn „Monster“ können sich auch verlieben. Seht selbst. Happy End.

 

Ich mag [eigentlich] jeden! (Teil 5)

Dieses „eigentlich“ begrenzt das ganze leider, wenn es darum geht neue Freunde zu finden. Nach wem schaut man sich um wenn man nach neuen Freunden sucht – neuen Wegbegleitern für einen kurzen oder langen Zeitraum seines Lebens? Vielleicht nach Menschen, die ähnliche Interessen haben, die die gleichen Ansichten teilen und die einem eben irgendwie sympathisch sind. Und jetzt komme ich wieder mit meinen Disney-Filmen: Ich dachte immer, ich wäre so ein bisschen wie Pocahontas oder die weibliche Version von Tarzan – einfach offen für Neues und jedermann. Lianenschwingend von Land zu Land und interessiert an diesen neuen „Fremden“ – … egal wie sie aussehen, wo sie herkommen und welche Ansichten zum Leben sie haben. Grundsätzlich ist das auch richtig, doch was passiert wenn das Leben einen eines Abends auf einen kleinen italienischen Sportplatz führt, auf dem man Menschen trifft, die so anders aussehen und so anders sind, als die meisten Menschen, mit denen ich sonst meine Zeit verbringe.

Durch eine Freundin meiner Gastmutter lernte ich einige der Straßenkünstler aus den Straßen Desenzanos kennen. Fast alle waren von Armen bis Beinen tätowiert und hatten ungefähr 10 Piercings (pro Körperteil). Bekleidet waren die meisten mit weiten Hippi-Hosen und bunten Tops. Irgendwie „unnormal“ in meiner Welt. Oder? Sie jonglierten Bälle, Messer und Fackeln oder trainierten sonstige Straßenkunststücke. Als ich über den mit Flutlicht beleuchteten Sportplatz schaute, wurde mir klar, dass ich die einzige war, die hier irgendwie „unnormal“ aussah. Ich schaute an mir runter: Ich bereute dass ich mich am Morgen für das Sommerkleid und die geblümten Ballerinas entschieden hatte. Wieso hatte ich nicht die wasserlöslichen Spiderman-Tattoos mitgenommen, die ich von den Kindern meiner letzten Gastfamilie geschenkt bekommen hatte? Irgendwie war mein erster Gedanke: Oh man… hier passe ich irgendwie nicht rein. Doch nach wenigen Minuten bot mir einer der Jonglage-Künstler an, mir beizubringen wie man jongliert. Nach nur einer halben Stunde, war es dann alles normal. Ich lernte wunderbare Menschen, mit wunderbaren Ansichten zum Leben – nicht ganz so abgedroschen und langweilig wie ich sie kannte.

Ab diesem Tag verbrachte ich den ein oder anderen Tag in den Straßen Desenzanos und beobachtete Menschen, die andere Menschen zum Lachen brachten – und obwohl sie des öfteren mit spöttischen Blicken angestarrt wurden wegen ihres Aussehens und zu der Kategorie „Mensch“ zugeteilt wurden, von der man „lieber Abstand hält“ wusste ich, dass sie wunderbare Menschen waren.

Und nur durch diese Menschen konnte ich hinter eines der Erlebnisse auf meiner Italien-„To-Do-Liste“ endlich einen Haken machen: Auf einer Vespa durch die Straßen Italiens fahren. Danke.

Vielleicht hätte ich vorher noch einmal Pocahontas schauen sollen, dann hätte sie mich daran erinnert:

„Für dich sind echte Menschen nur die Menschen,
die so denken und so aussehen wie du.
Doch folge nur den Spuren eines Fremden,
dann verstehst du, und du lernst noch was dazu.“ (Das Farbenspiel des Winds)

Ich mag jeden. Und ich habe jonglieren gelernt.